Wer verleiht Geschirr?

„Wer verleiht Geschirr?“ Diese seltsame Anzeige wird heute wohl in keiner Zeitung zu lesen sein, und in der ehemaligen DDR hätte sich jeder geschämt, so eine Frage zu stellen. Wenn auch wenige Menschen ein Auto ihr eigen nennen konnten, ihre Tassen hatten sie alle noch im Schrank. Und das betrifft auch das andere Geschirr. Niemand brauchte zu fragen“ Wer verleiht Geschirr?“ Es konnte bei größeren Feierlichkeiten die Situation aufgetreten sein, dass innerhalb der Familie mit Geschirr ausgeholfen wurde. Das waren aber Ausnahmesituationen, die nicht DDR typisch waren, sondern auch jetzt und überall bei größeren Festlichkeiten durchaus möglich sein können. Dann könnte eventuell gefragt werden „Wer verleiht Geschirr?“

Vorausgesetzt, dass die Wohnung oder das Haus Platz für viele Personen bietet, kann dann durchaus die Frage auftauchen „Wer verleiht Geschirr?“ Das sind aber Ausnahmen, denn größere Feiern werden meist in Gaststätten stattfinden. Und dort erübrigt sich die Frage „Wer verleiht Geschirr?“ Das war in der DDR nicht anders. Überhaupt waren die Familien in der DDR gut mit Geschirr ausgerüstet, da dies auch ein beliebtes Geschenk bei größeren Geburtstagen, oder festlichen Anlässen wie Jugendweihe und Konfirmation waren. Auch Verlobungen und Hochzeiten wurden mit solchen Geschenken bedacht. Da brauchte dann später keiner zu fragen „Wer verleiht Geschirr?“

In dieser Sache wird es wohl kaum zwischen der Bevölkerung in alten und neuen Bundesländern große Unterschiede geben. „Wer verleiht Geschirr“ wird sicher kein bekannter Satz sein.

Eigentlich war auch jede Hausfrau in der DDR stolz, ihr Geschirr vor mehr Leuten als nur der kleinen Familie zu präsentieren. Und Geschirr gab es auch in verschiedenen Preislagen. Es war nicht immer billig, aber so teuer, dass gefragt werden musste „Wer verleiht Geschirr?“ war es auch nicht.

Im täglichen Leben benötigte die Familie in der DDR nicht viel Geschirr, da fast immer beide Elternteile berufstätig waren und im Betrieb essen konnten. Alle Kinder konnten von den Schulküchen oder von Betrieben mit warmen Essen versorgt werden. Da brauchte auch niemand zu fragen! „Wer verleiht Geschirr?“

Also kann festgestellt werden: Wenn auch manches in Scherben fiel, ausreichend Geschirr war immer vorhanden. Es erübrigte sich die Frage „Wer verleiht Geschirr?“