Erbseneintopf war allgemein beliebt

Ja, es gab wohl kein Volksfest in der DDR, wo nicht eine Gulaschkanone den allgemein beliebten Erbseneintopf der feiernden Schar angeboten hat.
Erbseneintopf schmeckte jung und alt, vom Vogtland bis zum Fichtelberg.
Und so ist es auch heute noch. Erbseneintopf lehnt selten jemand ab. Auch beim Armeedienst war Erbseneintopf während eines Gewaltmarsches über viele Kilometer eine sehr willkommene Abwechslung. Die Gulaschkanone mit ihrem Erbseneintopf wurde umlagert wie ein Heiligtum. Erbseneintopf war jetzt begehrter als das teuerste Luxusessen.
Und auch im normalen täglichen DDR Leben nahm der Erbseneintopf auf dem Speisezettel einen führenden Platz ein. Wenn Erbseneintopf in den Küchen der Fabriken oder anderen Arbeitsstellen angeboten wurde, dann gab es wohl selten jemanden, der darüber die Nase rümpfte. Hier muss erklärend ergänzt werden, dass warmes Mittagessen zum Alltag fast aller DDR Werktätigen zählte.
Was machte denn den Erbseneintopf so begehrt? Nun, es war eben der Erbseneintopf. Ein Wort, ein Gericht, wofür es keine bessere Erklärung als zufriedene Gesichter gab.
Woraus bestand denn der legendäre Erbseneintopf?
Der Erbseneintopf bestand eigentlich nur aus Erbsen, Kartoffeln und Rauchfleisch. Aber auch so manche Bockwurst war Bestandteil im Erbseneintopf.
Der Erbseneintopf brachte es sogar fertig, dass sonst unpünktliche Kinder ihre Spiele vergaßen, und pünktlich auf ihren Erbseneintopf warteten. Das will schon was heißen, wenn der Ball ruht, damit der Löffel geschwungen werden kann. Darüber waren natürlich auch die Eltern erfreut, noch dazu, weil sie selbst gern Erbseneintopf gegessen haben. Und vielleicht auch heute noch gern essen.
Es ist ja nicht so gewesen, dass in der DDR nicht auch andere Mahlzeiten angeboten worden sind. Das wäre ein schlechter Witz, denn in der DDR wurde gut, gesund und preiswert gegessen. Aber der Erbseneintopf war so eine Art Kult.
Ja, das ist die Geschichte vom Erbseneintopf in der DDR. Unvergessen, weil so wohlschmeckend.Das soll aber nicht heißen, dass Erbseneintopf heute nicht mehr schmeckt.