Herricht und Preil

Da hat das Haus gewackelt, wenn Herricht und Preil im Fernsehen auftraten. Über Geschmack sollte nicht gestritten werden, aber hier bei diesen Komikern war sich fast die gesamte Nation einig. Herricht und Preil sind die Größten. Die Beiden brauchten noch gar nichts zu sagen, da fing das Gelächter schon an. Super! Nicht umsonst wurden Herricht und Preil als beliebteste Humoristen der DDR ausgezeichnet. Das wollte schon was heißen, denn Komiker gab es im DDR Fernsehen so einige, aber Herricht und Preil war Sonderklasse.

Zumindesten haben sie es erst mal verdient, mit vollen Namen genannt zu werden. Also Herricht und Preil, das waren die Humoristen Hans-Joachim Preil und Rolf Herricht.
Rolf Herricht, geboren 1927 verstarb leider schon 1981, und Hans-Joachim Preil lebte von 1923 bis 1999. Mit Herricht und Preil hat Deutschland zwei unübertroffene Komiker verloren.

Herricht und Preil im Fernsehen, dies bedeutete, dass bei der ohnehin nicht großen Senderauswahl im DDR Fernsehen für die meisten Zuschauer die Entscheidung schon gefallen war. Was war denn so besonders bei den beiden Humoristen Herricht und Preil? Das war ihr Auftreten, das war ihr Stil. Herricht und Preil waren völlig gegensätzlich. Rolf Herricht war der überschlaue Gesprächspartner auf naiver Art. Er konnte nie die Ausführungen von Preil verstehen, obwohl dieser ihm alle Situationen im Stile eines etwas oberschlauen Lehrers vermitteln wollte. Herricht konnte das nie verstehen, brachte aber Preil durch seine Bemerkungen fast zur Verzweiflung. Preil konnte sich die größte Mühe geben, Herricht blieb immer Sieger.

Im Jahre 1951 begann das Zusammenwirken der beiden Komiker. In Bernburg war der Start zu fast drei Jahrzehnten gemeinsamer Arbeit, welche die Bevölkerung der DDR immer mit viel Beifall würdigte. Viele Sketche wurden auch auf Schallplatten aufgenommen. Wer sich an den Sketch „Die Schachpartie“ erinnert, dem kommen nachträgliche Tränen der Freude, wenn er daran denkt, dass Herricht dagegen war, Pferde zu schlagen. „Tierquäler“ hatte er da seinen Gegenspieler Preil genannt.
Herricht und Preil, das war echt Lachen pur.